Ursula Meyer, Ratsfrau und stv. Vorsitzende des Lenkungskreises Demografie:
2003 hatten 52 % der Deutschen den Begriff „Demografischer Wandel“ noch nie gehört. Das hat sich gründlich geändert. Inzwischen ist der Begriff in aller Munde, und vor allem wir Kommunalpolitiker vor Ort müssen uns mit den Auswirkungen einer schrumpfenden, älter und bunter werdenden Gesellschaft auf unser Gemeinwesen befassen. Jahr für Jahr kehren 500 bis 600 Bürgerinnen und Bürger Lüdenscheid den Rücken. Aktuell hat die Stadt 76.697 Einwohner. Nach den von der Münsteraner Gesellschaft für Beratung sozialer Innovation und Informationstechnologie - kurz: Gebit - vorgestellten Zahlen zur Bevölkerungsentwicklung soll Lüdenscheid im Jahr 2020 nur noch zwischen 72.000 und 73.000 Einwohner haben, im schlimmsten Fall noch unter 70.000.
Demografische Veränderungen haben eine sehr lange Vorlaufzeit und erfordern eine besondere Weitsicht, daher muss das demografische Wissen vor allem auf kommunaler Ebene verbessert werden. Über Familienpolitik, Zu- und Abwanderung, Integration und die Alterung in Lüdenscheid wird heute anders diskutiert als noch vor zwei Jahren. Der Lenkungskreis Demografie soll, unterstützt von der Gebit, Wege aufzeigen, wie Lüdenscheid besser mit den negativen Folgen der Bevölkerungsentwicklung umgehen kann. Auch die Bürgerinnen und Bürger sollten sich Gedanken machen: was wird sich in den Stadtteilen ändern und wie sieht die richtige politische Planung aus?



Immer diese Horrorvisionen: zu wenig Kinder, zu viele Alte, sterbende Stadtteile - ich bin es leid. Gibt es denn gar nichts Gutes mehr?