Bürgermeisterkandidatin zu Gast im Alevitischen Gemeindezentrum Sonntag, 31.05.2009

Am Sonntag den 31.5.2009 war die Bürgermeister-kandidatin im Alevitischen Gemeindezentrum ein-geladen, um sich der Gemeinde einmal persönlich vorzustellen. Bei einem gemeinsamen Frühstück konnten in lockerer Atmosphäre viele Fragen aus der Runde diskutiert werden. Ein zentrales Thema war die integrative Jugendarbeit, die ein wichtiger Bestandteil im Zusammenleben der verschiedenen Kulturen in unserer gemeinsamen Heimatstadt Lüdenscheid ist. Zunächst einmal wurde mit den Stimmen der CDU beschlossen, für diese integrative Jugendarbeit aus dem Jugendförderplan für drei Jahre je 5.000 € bereit zu stellen. Die CDU ist weiter bereit, nach einer jährlichen Berichterstattung über Inhalte und Häufigkeit der integrativen Arbeit über eine Aufstockung des Förderbeitrages durch die Stadt Lüdenscheid zu entscheiden.

 

Wissenswertes:
Die Alevitischen Gemeinden verstehen es als ihr Hauptziel,  die religiösen und kulturellen Werte der Aleviten bekannt zu machen, zu bewahren und zu fördern. Dazu organisieren und veranstalten die Gemeinden Gottesdienste, religiöse Zeremonien, Kurse Seminare und Konferenzen, sowie Kultur- und Gedenktage.  Die Alevitischen Gemeinden fördern eine demokratische, humanistische und zeitgemäße Erziehung der Kinder und Jugendlichen. Sie setzen sich für die Zufriedenstellung der kulturellen, religiösen und sozialen Bedürfnisse der in Deutschland lebenden Aleviten ein. Die Gemeinden führen ihre Aktivitäten unabhängig von Weltanschauung, religiöser Überzeugung, nationaler oder ethnischer Überzeugung sowie der Geschlechtsmerkmale aus. Sie setzten sich für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern ein und verteidigen die Rechte und die Gleichstellung der Frauen. Die Alevitischen Gemeinden setzen sich für das Zusammenleben der Migranten mit der einheimischen Bevölkerung in Deutschland und Europa unter gleichen rechtlichen Voraussetzungen ein. Die Gemeinden sind gegen jegliche Art von Rassismus, Nationalismus, religiösen Fundamentalismus, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt. Sie pflegen und entwickeln freundschaftliche Kontakte zu Organisationen, mit denen sie gemeinsam Lösungen zu sozialen und gesellschaftlichen Problemen erarbeiten wollen.
In Lüdenscheid leben 7.000 ausländische Bürger von denen 4.000 türkisch-kurdischer Abstammung sind, 12% der Mitglieder sind gleichzeitig in politischen Parteien.  124 Mitglieder und deren Familienangehörige sind zur Zeit eingetragen.

2 Kommentare zu diesem Beitrag

  1. Bottke sagt:

    Ist es wirklich realistisch anzunehmen, dass ein alevitischer Kulturverein, der sich ganz bewusst mit einer eigenen sozio-kulturellen Identität präsentiert, um eine integrative Jugendarbeit bemühen wird?

    Ist es nicht realistischer, dass diese Arbeit woanders bereits stattfindet, wo sich heute schon in den Jugendtreffs, Jugendfreizeitstätten und Offenen Türen Jugendliche unterschiedlichster Herkunft, Religion, Weltanschauung etc. treffen?

    Greifen Sie doch einfach einmal auf bestehende Erhebungen der Jugendpflege (was Zusammensetzung der Besucher etc. angeht) und vergleichen Sie diese mit der Zusammensetzung der Besucher im alevitischen Kulturzentrum, um definitiv auszuschließen, dass hier nur unter dem Deckmantel der “Integration” Mittel akquiriert werden…

  2. ChristelGabler sagt:

    Ja, es ist realistisch anzunehmen, dass sich der Alevitische Kulturverein, der inzwischen auch als freier Träger der Jugendhilfe anerkannt ist, integratve Jugendarbeit betreiben kann. Inwieweit dies geschieht, wird der Verein durch eine kontinuierliche Berichterstattung dokumentieren. Anhand dieser Dokumentation werden wir über weitere finanzielle Mittel, die über den bereits gezahlten Betrag hinausgehen, entscheiden.