Der etwas andere Blogbeitrag:
Ein Lüdenscheider Märchenprinz
Es war einmal vor nicht allzu langer Zeit im Sauerlande ein tüchtiger Bürgermeister mit gutem Namen, ein Hans Dampf in allen Gassen. Er liebte seine Bürgerinnen und Bürger über alle Maßen inniglich und wollte, dass alle es merkten.
Deshalb besuchte er fleißig Handwerker und Kompanien und andere, die Gewerbesteuer in sein Stadtsäckel brachten, immer mit seinen beiden treuen Vasallen als Gefolge. Sein Herold kündete im Bürgermeistermitteilungsblatt stets von den Besuchen des strebsamen Gemeindevorstehers und immer hatte ein Bildkünstler sein Konterfei auf Papier gebannt, auf das alle Bürgerinnen und Bürger sahen, wie selbstlos der Bürgermeister sich für seine Stadt einsetzte.
So eilte der eifrige Mann auch herbei, als eine Marketenderin, die über Jahrzehnte die Menschen im sauerländischen Städtchen mit Gerstensaft versorgte, ein Jubiläum zu feiern hatte. Herzlich gratulierte der Mann aus dem Rathaus mit Urkunde und Handschlag der tüchtigen Frau und wurde bei seinem Tun aufs Bild gebannt, damit sein Herold von der guten Tat künde.
So lasen es die staunenden Leute und freuten sich ob seines Tuns und lobten ihn in den höchsten Tönen. Um schließlich ein wahrer Volksheld zu werden, organisierte der Bürgermeister Empfänge: Empfänge für alle Neugeborenen, für alle Ehrenamtlichen, für alle Neubürger, für alle Seniorenhelfer, für alle, die sich als junge Menschen ehrenamtlich einsetzten, und ihm gingen Ideen und Geld für Empfänge nicht aus. Mit schönen Worten umwarb und umgarnte er die Menschen, die sich wie im Märchen glaubten.
Und ein Märchen ist es auch, das ich Euch erzähle, denn wo gibt es einen solchen Bürgermeister? Solltet Ihr einen kennen, beobachtet ihn genau und lasst Euch nicht blenden. Schöne Worte ersetzen keine Taten, nicht einmal im Märchen.



Peinlich.
Da wird unser BM aber viel zu tun haben, wenn er nun zu jedem Jubiläum reist. Jede Firma, jede Kneipe, die Kindergärten, alle Schulen, der Einzelhandel, die vielen, vielen Arztpraxen… und und und.
Wie wäre es denn noch mit den Geburtstagen der Lüdenscheider?? Ich werde bald 50! Da hätte ich auch gerne einen Glückwunsch und ein Blümchen!
Na, kein Wunder, wenn´s im Rathaus nicht läuft.
Ja, peinlich, wenn nun schon Kneipenjubiläen beworben werden müssen.
Die Sorge, dass sich viele unserer Mitbürger blenden lassen ist sicherlich berechtigt….
Also das ist an Peinlichkeit nicht zu überbieten.
Man setze die “Kosten” für diese “Empfänge” in Relation mit anderen tollen Projekten, die auch auf Antrag der CDU in den letzten Jahren durchgesetzt wurden - beginnen wir gerne bei diesem tollen Rechtsgutachten da, dessen Bedeutung in keinem Verhältnis zum ausgegebenen Geld steht. Übrigens: Man kann ja auch mal ausrechnen, was sein Amtsvorgänger für die ganzen Dienstfahrten inklusive Fahrer für die Stadt kostete, während der Bürgermeister entweder selbst fährt oder zu Fuß geht.
Ein Bürgermeister, der sich um die Bürger kümmert, soll nun also ein schlechter Bürgermeister sein. Soso.
Wahrscheinlich aber wird der amtierende Bürgermeister gar nicht gemeint sein, wenn hier von einem Bürgermeister die Rede ist, der nichts tun würde.
Ein Bürgermeister muss repräsentieren, das zählt zu seinen Aufgaben. Dies macht doch unser BM gar nicht schlecht, er übertreibt es vielleicht etwas. Ob ein Kneipenwirt-Jubiläum jetzt so wichtig ist, möchte ich nicht beurteilen.
Es gehört aber auch zu den Aufgaben des BM, das Rathaus zu führen und die Richtung für die Entwicklung der Stadt vorzugeben. Damit tut sich Herr Dzewas scheinbar sehr schwer. Vielleicht kommt er aber auch gar nicht dazu, vor lauter Repräsentations-Terminen. Ich würde mir ein Stadtoberhaupt wünschen, das beide Teile seiner Aufgabe gleichermaßen erfüllt.
Ist denn eigentlich irgendwo definiert welche Aufgaben ein Bürgermeister haben soll? Meines Erachtens nach sind die Aufgaben und Verpflichtungen eines Bürgermeisters nicht zu fassen. Kann mich jmd. aufklären?
Hallo,
normalerweise bin ich ja nicht der CDU-Meinung, aber hier kann ich nicht anders und muß leider zustimmen.
…doch irgendwann bemerkte das Volk, dass der Bürgermeister sich all die Jahre nicht um die Finanzen gekümmert hatte und auch sein Schatzminister diesbezüglich kein glückliches Händchen hatte. Er leistete sich in seinem schäbigen Rathaus immer noch zu viele Bedienstete. Irgendwann kam der König des Landes und befahl, die Stadt müsse ihre Schulden bezahlen. Da die Stadt aber pleite war, blieb dem Bürgermeister nur noch, die Steuern ganz stark zu erhöhen. Die Handwerker und Kaufleute, die sich vorher immer über seinen Besuch gefreut hatten, wurden sauer und unzufrieden. Die die konnten, zogen mit ihrem Bauchladen in den nächsten Ort, die anderen blieben und gingen ebenfalls pleite. Irgendwann war das Volk so zornig, dass es ihren Bürgermeister mit Mistgabeln aus der Stadt jagten. Er ward dann nicht mehr gesehen und wollte sich auch keiner weiteren Wahl mehr stellen…
Ich finde solche Beiträge lustig und habe das Märchen mal weitergesponnen. Bei allem Ernst, muss man auch mal lachen können. Aber Spaß beiseite: Von der wirklichen Aufgabe eines Bürgermeister habe ich keine große Ahnung, aber ich finde er muss nicht auf jeder Lokalseite der Zeitung drei mal abgebildet sein. Auch nicht wenn Wahlkmapf ist.
Aber es gibt ja auch eine Frau Gabler, die auf eine Frage, wie sie Lüdenscheid besser macht und was sie besser als Herr Dzewas macht, überhaupt keine Antwort hat und nichts sagen kann.
Für alle, die sich fragen “Was hat ein Bürgermeister zu tun”, ein Ausschnitt aus der Gemeindeordnung NRW=
§ 62 (Fn 26) Aufgaben und Stellung des Bürgermeisters
(1) Der Bürgermeister ist kommunaler Wahlbeamter. Der Bürgermeister ist verantwortlich für die Leitung und Beaufsichtigung des Geschäftsganges der gesamten Verwaltung. Er leitet und verteilt die Geschäfte. Dabei kann er sich bestimmte Aufgaben vorbehalten und die Bearbeitung einzelner Angelegenheiten selbst übernehmen.
Der Bürgermeister, als bestbezahlter Hauptverwaltungsbeamter, hat nicht zum überwiegenden Teil seiner Arbeitszeit in der Welt herum zu scharwenzeln. Da setzt die Verleihung einer Urkunde an eine fleißige Wirtin dem ganzen die sprichwörtliche Krone auf.
Dieser Mann hat die Stadtverwaltung Lüdenscheid zu leiten und evtl. auch mal richtungsweisend nach vorne zu gehen. Lüdenscheid braucht keinen “Verwalter” sondern einen “Gestalter”. Von einem “Gestalter” ist dieser Mann meilenweit entfernt.
Zu Rainer Reins:
Was für ein teures Rechtsgutachten???? Bitte mal genauer.
Eines kann ich Ihnen versichern, BM Schmidt ist mehr mit seinem Privatfahrzeug gefahren, übrigens ohne Kostenerstattung, als es dem Fahrer der Stadt lieb war. Dzewas war es, der dem Fahrer der Stadt eine Wiedereinstellung versprochen hat, ihn aber am Ende aus seinem Dienst entfernte.
Und noch was:
Was ist wohl preiswerter. Der bestbezahlte Mann aus dem Rathaus sitzt im Auto und liest Akten, oder er setzt sich selbst ans Steuer und vertrödelt so die Zeit mit Autofahren und Parkplatzsuche?
Zu Kalli:
Das werde ich besser machen:
Ich werde nicht jedem Außentermin wahrnehmen, dazu hat man zwei Stellvertreter.
Ein Bürgermeister/eine Bürgermeisterin ist nach GO NRW dazu gewählt, die Leitung und Beaufsichtigung der gesamten Verwaltung wahrzunehmen. Wenn man diese Tätigkeit ernst nimmt, hat mann nicht mehr allzu viel Zeit, auch noch Fototerminen hinterher zu jagen.
Zur Antwort auf die Frage, was die CDU mit einer Bürgermeisterin besser macht, empfehle ich das Lesen unseres Kommunalwahlprogramms.
BRAVO, Frau Gabler!!!
Jeden Morgen beim Blick in meine Tageszeitungen frage ich mich: “Wann ARBEITET dieser hochdotierte Mann eigentlich mal? Leitet er wohl ab und an auch mal die Verwaltung? Oder sammelt er nur Fotos für sein Poesiealbum, wie andere Menschen Urlaubsfotos? Trifft er eigentlich auch mal richtungsweisende Entscheidungen?”
Unsere Stadtverwaltung war ja in den letzten 5 Jahren beinahe führungslos!
Das muss sich dringend ändern!
Frau Gabler ich zähle auf Sie!!! Ich wähle SIE!!
Hmmm… - dass die CDU meine Stimme hat, habe ich an anderer Stelle bereits geäußert, auf der anderen Seite halte ich es nicht für den allerbesten Stil, “Schwächen” des (hierfür auch durchaus beliebten) politischen Gegners in der vorliegenden Form auszuschlachten.
Gegenüber “Kalli” gab es im letzten Wahlkampf ähnliche Äußerungen von der anderen Seite (die mir ebenfalls nicht gefallen haben); die Nummer mit dem Märchenprinz hat zugegebener Maßen auch etwas für sich. Sie steht aber z. B. keinesfalls im Verhältnis zu der hochpeinlichen Aktion seines Vorgängers, 200m vor dem Ende des Firmenlaufes aus dem Auto zu steigen und demonstrativ die Pressevertreter zu passieren.
Auch Frau Gabler ist zurzeit (”nur” als Kandidatin) in der Öffentlichkeit sehr präsent - das liegt u. a. auch daran, dass Wahlkampf herrscht, in dem man sich - aus meiner Sicht - eher um die Lösung der Sachfragen als um den Gegenkandidaten kümmern sollte.
zu Bottke:
Nun ja, ich kümmere mich um die Sachfragen, falls sie an mich herangetragen werden. Im Augenblick ist die Presse oft dabei. Wegschicken werde ich sie nicht, und ducken werde ich mich auch nicht.
Was die Angriffe auf Kalli im letzten Wahlkampf angeht, so waren sie fast alle unter der Gürtellinie. Eine Person, die sich dabei damals hervortat, hat heute einen sehr guten Listenplatz bei der SPD. Von der von Ihnen beschriebenen Aktion beim Firmenlauf weiß ich nichts, da sollte man die Person selbst befragen.
Ich finde, dass die die Märchentante geradezu charmant mit der Unart des BM (von Ihnen als Schwäche bezeichnet) umgeht.
Ich bin in drei Monaten seit 25 Jahren Frührentner. Bekomme ich da auch eine Urkunde vom Bürgermeister? Ich würde auch Presse bestellen!
Er scheint ja tatsächlich zu viel Zeit zu haben, bei jedem Karnickelzüchter selbst aufzutauchen. Aber vielleicht hat er auch kein schönes Zuhause und ist gern unterwegs
“Unart” ist wunderbar beschrieben, wobei die Versuchung (auch bei anderen) naheliegt - Kalli stieg im Übrigen kurz vor meinem läuferischen Eintreffen aus dem Auto, bevor er medienwirksam ins Ziel einlief… .
Egal wie charmant - ich halte es generell für kritisch, sich mit Unarten des politischen Gegners zu beschäftigen, wo doch so viel Arbeit wartet…